Duroplast Werkzeuge


Duroplaste sind reaktive Kunststoffe für anspruchsvolle Anwendungen, bei denen die Bauteile besonders widerstandsfähig sein müssen. Bei diesen, auf Harz basierten und teilweise hoch gefüllten Materialien ist im Werkzeugbau ein ganz anderes Vorgehen nötig, als bei herkömmlichen Spritzgussformen für Thermoplaste.

Duroplaste zeichnen sich in der Regel durch sehr hohe Wärmebeständigkeit, chemische Beständigkeit und elektrische Isolierfähigkeit aus. Aufgrund der Festigkeit nach der Vernetzung halten duroplastische Bauteile sehr hohen Drücken stand und sind besonders Formstabil.


Auf dieser Seite erfahren Sie mehr zu:

-> Unterschiede zwischen Thermoplast und Duroplast Werkzeugen

-> Besondere Anforderungen bei Duroplast Spritzgusswerkzeugen

-> Formen für rieselfähige Duroplaste

-> Werkzeuge für BMC - Bulk Molding Compound (pastöse Duroplaste)

Unterschied zwischen Thermoplast und Duroplast Spritzgusswerkzeugen


Der große Unterschied von einem Duroplast-Werkzeug zu einem Thermoplast-Werkzeug ist, dass der warme Duroplast-Kunststoff in ein heißes Werkzeug eingespritzt wird. Bei der Thermoplastverarbeitung ist es gegenteilig - hier wird der heiße Thermoplast-Kunststoff in ein gekühltes Werkzeug eingespritzt.


Beim Spritzgießen von Duroplasten findet eine physische und auch eine chemische Reaktion im Material statt, wodurch eine dreidimensionale Vernetzung auf molekularer Ebene entsteht.


Bei der Formfüllung wird diese Reaktion durch die Scherung und die Temperatur beschleunigt - das Material wird sehr niederviskos und beginnt dann auszuhärten.


Besondere Anforderungen für Duroplast Werkzeuge

Werkzeuge für Duroplaste benötigen eine sehr gleichmäßige und genaue Temperaturführung (Heizen und Kühlen) aufgrund der hohen Werkzeugtemperatur, deshalb erfolgt die Temperierung elektrisch oder mit Öl als flüssiges Medium.


An den Formnestern sind Entlüftungskanäle vorzusehen, damit während der Reaktion austretende Gase oder Lufteinschlüsse aus der Kavität entweichen können. Allerdings muss die Gratbildung bei Duroplastmaterial mit bedacht werden.

Die meisten Duroplaste haben einen sehr hohen Anteil an Glasfaser, Kohlefaser, Kreide oder mineralischen Füllstoffen. Dies macht eine sehr gute Entformung durch Politur der Flächen, gepaart mit individuell ausgewählten und besonders gehärteten Stahlsorten in der Formkavität gegen Verschleiß und Abnutzung  erforderlich, damit eine hohe Lebensdauer gewährleistet wird.


Ein Heißkanalsystem ist nicht möglich aufgrund der Materialeigenschaft durch das Aushärten bei Hitze. In manchen Fällen ist ein temperierter Kaltkanal möglich um Abfall einzusparen. Mit einer sogenannten smarten Werkzeugheizung, effektiven Heizbereichen und einer geeigneten Wärmeisolierung kann zudem während der Produktion Energie eingespart werden - daher ist die richtige Auslegung entscheidend.

Werkzeugbau für rieselfähige Duroplaste

Rieselfähige Duroplaste sind Kunststoffe, die in Granulatform in die Plastifiziereinheit gegeben werden.

Wir fertigen seit vielen Jahren Duroplastformen für den Spritzguss, für den Transfer-Spritzguss und für das Pressverfahren.


Die gängigsten Arten für den Spritzguss sind auf folgenden Harzen basiert:


-> PF - Phenolharz / Bakelit       (besonders für widerstandsfähige und hochpräzise Strukturteile)

-> EP - Epoxidharz / Epoxy        (z.B. Umspritzen von sensiblen Bauteilen)

-> MF - Melaminharze                (z.B. Dekoration / Haushaltswaren)

-> UP - ungesättigte Polyester (z.B. Gehäuse für Elektrotechnik)

-> UF - Harnstoff / Urea              (z.B. Sanitärindustrie)


Für bestimmte Anwendungen gibt weitere Duroplaste wie Vinylester oder Diallylphthalatharze.

Werkzeugbau für BMC Bulk Molding Compound
Feuchtpolyester

Das Bulk Molding Compound (BMC) oder auch als Feuchtpolyester bekannt ist ein pastöser Duroplast, der teigartig über eine spezielle Zuführung in die Spritzeinheit zugeführt wird. Diese, meist auf Polyester oder Vinylester basierten Werkstoffe gibt es mit verschiedenen Füllstoffen, wobei Kurzglasfaser am häufigsten verwendet wird.


BMC Materialien sind hochpräzise und aufgrund Ihrer Festigkeiten und vergleichsweise günstigen Kosten eine oft genutzte Alternative zu Aluminium oder Druckguss Bauteilen. Verarbeitet werden sie meist im Spritzpräge-Verfahren.


Bei Precupa unterstützen wir Sie mit einem kompletten Service rund um die Erstellung Ihres BMC oder rieselfähigen Duroplastwerkzeugs, bis hin zur Prototypen Erstellung in unserem Technikum oder der Produktion von kleinen Serien.

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  • Duroplast-Werkzeugbau für rieselfähige Duroplaste und BMC

    Duroplast-Werkzeuge für anspruchsvolle Bauteile

    Duroplaste sind reaktive Kunststoffe für anspruchsvolle Anwendungen, bei denen Bauteile besonders widerstandsfähig sein müssen. Bei diesen harzbasierten und teils hochgefüllten Materialien ist im Werkzeugbau ein ganz anderes Vorgehen nötig als bei klassischen Spritzgussformen für Thermoplaste.

    Duroplaste zeichnen sich durch sehr hohe Wärmebeständigkeit, chemische Beständigkeit und elektrische Isolierfähigkeit aus. Nach der Vernetzung halten die Bauteile sehr hohen Drücken stand und sind besonders formstabil.

    Unterschied zwischen Thermoplast- und Duroplast-Werkzeugen

    Der wesentliche Unterschied: Der warme Duroplast-Kunststoff wird in ein heißes Werkzeug eingespritzt. Bei Thermoplasten ist es umgekehrt – dort wird der heiße Kunststoff in ein gekühltes Werkzeug eingespritzt.

    Beim Spritzgießen von Duroplasten laufen eine physikalische und eine chemische Reaktion ab, wodurch eine dreidimensionale Vernetzung auf molekularer Ebene entsteht. Bei der Formfüllung wird diese Reaktion durch Scherung und Temperatur beschleunigt: Das Material wird sehr niederviskos und beginnt anschließend auszuhärten.

    Besondere Anforderungen an Duroplast-Werkzeuge

    Werkzeuge für Duroplaste benötigen wegen der hohen Werkzeugtemperatur eine sehr gleichmäßige und genaue Temperaturführung. Die Temperierung erfolgt deshalb elektrisch oder mit Öl als flüssigem Medium.

    An den Formnestern sind Entlüftungskanäle vorzusehen, damit Gase und Lufteinschlüsse aus der Kavität entweichen können – wobei die Gratbildung berücksichtigt werden muss. Da viele Duroplaste hohe Anteile an Glasfaser, Kohlefaser, Kreide oder mineralischen Füllstoffen enthalten, sind eine gute Entformung durch polierte Flächen sowie besonders gehärtete Stahlsorten in der Kavität entscheidend für eine hohe Lebensdauer.

    Ein Heißkanalsystem ist aufgrund des Aushärtens bei Hitze nicht möglich; in manchen Fällen lässt sich ein temperierter Kaltkanal einsetzen, um Abfall zu reduzieren. Mit einer smarten Werkzeugheizung, effektiven Heizbereichen und geeigneter Wärmeisolierung lässt sich zudem Energie einsparen – die richtige Auslegung ist daher entscheidend.

    Werkzeugbau für rieselfähige Duroplaste

    Rieselfähige Duroplaste werden in Granulatform in die Plastifiziereinheit gegeben. Wir fertigen seit vielen Jahren Duroplastformen für den Spritzguss, den Transfer-Spritzguss und das Pressverfahren. Die gängigsten Harze sind:

    • PF – Phenolharz / Bakelit: für widerstandsfähige, hochpräzise Strukturteile
    • EP – Epoxidharz: z. B. zum Umspritzen sensibler Bauteile
    • MF – Melaminharz: z. B. Dekoration und Haushaltswaren
    • UP – ungesättigte Polyester: z. B. Gehäuse für die Elektrotechnik
    • UF – Harnstoff / Urea: z. B. Sanitärindustrie

    Für bestimmte Anwendungen kommen weitere Duroplaste wie Vinylester oder Diallylphthalatharze infrage.

    Werkzeugbau für BMC (Bulk Molding Compound / Feuchtpolyester)

    BMC, auch Feuchtpolyester genannt, ist ein pastöser Duroplast, der teigartig über eine spezielle Zuführung in die Spritzeinheit gelangt. Diese meist auf Polyester oder Vinylester basierenden Werkstoffe gibt es mit verschiedenen Füllstoffen, am häufigsten mit Kurzglasfaser.

    BMC-Materialien sind hochpräzise und dank ihrer Festigkeit bei vergleichsweise günstigen Kosten eine beliebte Alternative zu Aluminium- oder Druckguss-Bauteilen. Verarbeitet werden sie meist im Spritzpräge-Verfahren. Wir unterstützen Sie mit einem kompletten Service rund um Ihr BMC- oder rieselfähiges Duroplastwerkzeug – bis hin zur Prototypen-Erstellung in unserem Technikum und der Produktion kleiner Serien.

    Häufige Fragen zu Duroplast-Werkzeugen

    Was ist der Unterschied zwischen Duroplast- und Thermoplast-Werkzeugen?

    Beim Duroplast wird warmes Material in ein heißes Werkzeug eingespritzt und härtet dort durch Vernetzung aus. Beim Thermoplast wird heißes Material in ein gekühltes Werkzeug eingespritzt und erstarrt durch Abkühlung.

    Für welche Duroplaste stellt Precupa Spritzgusswerkzeuge her?

    Rieselfähige Harze wie PF, EP, MF, UP und UF sowie pastöses BMC (Feuchtpolyester) auf Polyester- oder Vinylesterbasis.

    Warum ist die Temperierung und die Entlüftung bei Duroplast-Werkzeugen so wichtig?

    Weil das Material im heißen Werkzeug reagiert und aushärtet, ist eine gleichmäßige, genaue Temperaturführung – elektrisch oder mit Öl – sowie die Entlüftung der Kavität für Qualität und Prozess entscheidend.

    Welche Arten von Duroplast Werkzeugen gibt es?

    Duroplaste werden heute meist in horizontalen oder vertikalen Spritzgusswerkzeugen aus gehärteten Stählen verarbeitet. Sonderformen sind Spritzpresswerkzeuge, Spritzprägewerkzeuge oder Spritzgussformen mit Kernprägeeinheit. Auch Presswerkzeuge werden noch eingesetzt.